Die ALWEG-Bahn in Köln in den 1950er Jahren

Die ALWEG BAHN - das Verkehrsmittel der Zukunft!
So oder ähnlich lauteten die Prognosen, als 1952 im Kölner Norden die Versuchsstrecke des neuen Verkehrsmittels eröffnet wurde. Der schwedische Industrielle Axel Lennart Wenner Gren, aus dessen Initialen sich der Name herleitet, hatte in Zusammenarbeit mit deutschen Eisenbahningenieuren das System entwickelt. Die Einschienenbahn (monorail) sollte innerstädtisch und im Nahbereich der Metropolen eine Lösung darstellen für die sich abzeichnenden Probleme des Massenverkehrs. Auf standardisierten Betonstützen oberhalb der Straßenebene konnten die Züge kreuzungsfrei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h schnelle Verbindungen schaffen. In den Stadtzentren waren unterirsiche Strecken geplant. Überregional wäre das System nach den Vorstellungen der Initiatoren sogar eine Konkurrenz für das Flugzeug, da es die Stadtzentren direkt miteinander verbinden würde.

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Die ALWEG-Bahn in Köln in den 1950er Jahren

Die ALWEG BAHN - das Verkehrsmittel der Zukunft!
So oder ähnlich lauteten die Prognosen, als 1952 im Kölner Norden die Versuchsstrecke des neuen Verkehrsmittels eröffnet wurde. Der schwedische Industrielle Axel Lennart Wenner Gren, aus dessen Initialen sich der Name herleitet, hatte in Zusammenarbeit mit deutschen Eisenbahningenieuren das System entwickelt. Die Einschienenbahn (monorail) sollte innerstädtisch und im Nahbereich der Metropolen eine Lösung darstellen für die sich abzeichnenden Probleme des Massenverkehrs. Auf standardisierten Betonstützen oberhalb der Straßenebene konnten die Züge kreuzungsfrei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h schnelle Verbindungen schaffen. In den Stadtzentren waren unterirsiche Strecken geplant. Überregional wäre das System nach den Vorstellungen der Initiatoren sogar eine Konkurrenz für das Flugzeug, da es die Stadtzentren direkt miteinander verbinden würde.


Weitere Informationen zu Kölner ALWEG-Bahn

Nach der Versuchstrecke, die im verkleinerten Maßstab entstanden war, wurde 1957 eine weitere Strecke jetzt in der angedachten Größe fertiggestellt. Wenn die Vorstellungen sich erfüllt hätten, wäre die Fühlinger Heide im Kölner Norden zur Keimzelle eines neuen Verkehrsmittels geworden. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht. Es gab Planungen für eine Verbindung von Köln über Leverkusen nach Opladen, Frankfurt konzipierte sogar ein ganzes ALWEG BAHN Netz für die Innenstadt und auch im Ausland gab es Überlegungen, das neue Verkehrssystem einzuführen. Axel Lennart Wenner Gren, ein begnadeter Verkäufer (er war der Gründer des Elektrokonzerns ELECTROLUX, der erfolgreich Haushaltsgeräte im Direktvertrieb vermarktete.) verschaffte sich Unterstützer aus Politik und Wirtschaft, um sein System auf dem Markt zu  platzieren. Es  kam aber nicht zum Bau einer Referenzstrecke, die die Möglichkeiten und etwaigen Vorteile  des Systems hätte aufzeigen können. Letztlich konnte sich das ALWEG System nicht durchsetzen. Es gibt weltweit nur einige wenige Bahnen des Systems in Freizeitparks und auf Ausstellungsgeländen.

Der Mangel des Systems war die unzureichende Kompatibilität mit tradierten Systemen. Etwaiger Zeitgewinn würde durch den Wechsel in andere Verkehrssysteme wieder verloren gehen. Außerdem wurde ALWEG durch den wachswenden Individualverkehr und den damit verbundenen Nachfragerückgang für alle öffentlichen Verkehrssysteme zu einer überflüssigen "Totgeburt". Es wäre außerdem notwendig gewesen,eine komplett neue Infrastruktur zu entwickeln, Bau von Werkstätten, Vorhaltung von Ersatzteilen, Schulung und Einsatz von speziellem Personal für die Repartaur und den Fahrdienst. Es waren nahezu identische Gründe, die auch das in den 70er bis 90er Jahren entwickelte Magnetschienenbahnsystem aus den gleichen Gründen letztlich scheitern ließen.

Mit dem Ausbau des Fühlinger Sees zu einem Freizeit- und Regattazentrum war  Mitte der 60er Jahre das Ende der Versuchsstrecken gekommen. 1967 wurden die Reste der Strecke abgerissen.